Vision und Leitbild

Das Theater im Bauturm - Freies Schauspiel Köln, mitten im lebendigen Belgischen Viertel gelegen, ist ein freies Theater - gegründet aus dem Impuls, ein Forum zu schaffen, das Theaterkünstler_innen die Möglichkeit bietet, sich zu allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen wie auch zu einzelnen gesellschaftlichen Phänomenen zu verhalten und damit sein Publikum anzuregen, zu irritieren, zu berühren und zu unterhalten. Relevante Geschichten zu erzählen und dabei Fragen aufzuwerfen, kann und darf „Spaß” machen - Spieler_innen wie Zuschauer_innen.

In seiner über 30-jährigen Geschichte hat das Theater im Bauturm mehrere Wandlungen durchgemacht und ist seinem Anspruch doch treu geblieben. Die große Ernsthaftigkeit und der unvermindert hohe Anspruch an Stück- bzw. Projektauswahl und Arbeitsweise, sind zu einem Markenzeichen des Theaters geworden.

Seit der Spielzeit 2004/05 wird der Jahresspielplan im Rahmen der „Regie-Gruppe” entwickelt. Neben dem Theaterleiter Gerhardt Haag, der Dramaturgin Kerstin Ortmeier und der ehemaligen Bauturm-Dramaturgin Andrea Hossfeld gehören wechselnde Regisseur_innen der Regie-Gruppe an. Derzeit sind dies die Regisseure Rüdiger Pape, Catharina Fillers und Harald Demmer, die alle bereits mehrfach am Bauturm inszenierten und deren Arbeiten vielfach nominiert und ausgezeichnet wurden (Kölner Theaterpreis 2007 für Harald Demmers Inszenierung „Der Kick” von Andres Veiel und Gesine Schmidt; Nominierung für den Deutschen Theaterpreis FAUST von Rüdiger Papes Der Alte König in seinem Exil nach Arno Geiger). So kommt, trotz stetigem Wandel, auch die Kontinuität in der künstlerischen Arbeit zum Zuge.

Der Selbständigkeit der Künstler_innen in allen künstlerischen Belangen, um derentwillen die meisten die Arbeit an einem freien Theater schätzen, tragen wir insofern Rechnung, als dass wir für jede Produktion mit sich formierenden oder bestehenden Ensembles koproduzieren.
Das „Bauturm-Profil” ist unsere Arbeitsweise: immer am Puls der Zeit, immer ernsthaft und lustvoll, nie platt oder oberflächlich. Das macht es möglich, dass wir auch Repertoire-Vorstellungen jahrelang lebendig halten - im Falle von Yasmina Rezas „KUNST” schon über die 480. Vorstellung hinaus! Patrick Süskinds Der Kontrabaß spielt Axel Siefer seit über 30 Jahren an unserem Haus – inzwischen hat er weit über 1.000 Vorstellungen hinter sich.

Seit 2010 öffnen wir das Haus zunehmend einem internationalen sowie experimentellen Kontext und spannen damit ein breites Netzwerk, das auch Kooperationen und internationale Koproduktionen umfasst. Dies manifestiert sich u.a. in unserem biennalen africologneFESTIVAL. africologne präsentiert afrikanisches Theater, Tanz und Performance in Köln, koproduziert mit Partnern, u.a. dem Festival Récréâtrales/Burkina Faso oder dem Tarmac des auteurs/Demokratische Republik Kongo - Kinshasa, und bildet eine Plattform für interkulturellen Austausch. Die Künstlerische Leitung des Festivals liegt bei Gerhardt Haag, unterstützt durch die Dramaturgin/Kuratorin Kerstin Ortmeier.

Die offene und gemeinschaftlich getragene Struktur des Hauses im Organisations- und Verwaltungsbereich sowie dem zentralen, dem künstlerischen Bereich, bestehend aus dem Trägerverein, der Theaterleitung, der Regie-Gruppe sowie den Mitarbeiter_innen entspricht unseren Vorstellungen eines freien Theaters.