Inszenierung Axel Siefer
Kostüm: Susanne Kemna
Mit Gerhardt Haag, Regina Welz
' Auch und gerade hierzulande könnte Antigone soweit kommen, dass sie ihr Empfinden für das, was gerecht ist, gestützt auf überlieferte Überzeugungen von Philosophie, Christentum und der freiheitlich demokratischen Grundordnung, durch einen Akt des Widerstandes, der auch das eigene Leben nicht schont, verwirklichen will.'
Für den Regisseur Axel Siefer ist „Antigone“ ein hochbrisanter politischer Stoff um das Thema Widerstand und Zivilcourage. Antigones „Ungehorsam“ liegt in der Tradition, in ihrem Empfinden begründet – sie muss ihren Bruder, schuldig oder nicht, der als Staatsfeind in der Bruderschlacht um Theben fiel, beerdigen.
Aber wie stellt sich die Position der Gegenseite dar, die des Rechts und der Staatsmacht, die Antigones Onkel Kreon vertritt? Er gab den Befehl aus, Antigones Bruder Polyneikes, den Angreifer der Stadt, auf dem Schlachtfeld liegen zu lassen.
Was für Antigone losgelöst von der Schuldfrage ihre heilige Pflicht und unbedingte Notwendigkeit zur Vollendung des Lebens und zum Eintritt in den Tod ist, wird für ihren Onkel Kreon zur Machtdemonstration: Antigone muss sterben, weil sie sich dem geltenden Gesetz widersetzt. Als Kreon die Folgen seiner Rechtsprechung ahnt, ist es bereits zu spät.
Tut Kreon nicht alles Erdenkliche, gegen seine familiären Gefühle und Bande, um den Staat nicht ins Chaos zu stürzen, ihn vor Anarchie zu bewahren? Tut nicht auch er, was er für das Beste hält?
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