Repertoire

Atmen von Duncan Macmillan

"F: Ich könnte sieben Jahre lang jeden Tag nach New York und zurück fliegen, und mein CO2-Fußabdruck wäre immer noch nicht so groß, wie wenn ich ein Kind kriege.
M: Wir werden tolle Eltern sein." (Atmen)

Atmen erzählt in einem durchgehenden Dialog die Geschichte eines Paares, einer Liebe, eines Lebens. Zu Beginn steht der Wunsch des noch jungen Mannes nach einem gemeinsamen Kind, am Ende legt die inzwischen alt gewordenen Frau Blumen auf sein Grab. Dazwischen liegen Wünsche, Zweifel, Konzepte und Chaos. Die beiden ringen um eine Entscheidung: für gesellschaftliche Verantwortung oder aber den Rückzug ins private egoistische Glück? Ist es ökologisch und moralisch vertretbar, ein Kind zu bekommen? Oder schafft nicht gerade der Nachwuchs die Motivation für gesellschaftliche Visionen? 

Sehr präzise schildert der Autor auch sprachlich das Kämpfen miteinander und mit sich selbst. Schonungslos wie respektvoll legt er die Untiefen einer möglichen modernen Beziehung frei, was sowohl tief berührt als auch befreiend komisch ist. Denn welches der vielen ‚möglichen‘ Leben, die wir leben, am ehesten uns selbst entspricht und ob das konsequent Selbst-nahe Leben überhaupt möglich ist oder was dem entgegensteht, zeigt: Wunsch und Wirklichkeit sind sich andauernd befeuernde Prinzipien, die nicht immer gegeneinanderstehen, aber sich doch immer herausfordern.

Eine Koproduktion der GbR „Atmen” und des Theater im Bauturm

Premiere 7. Mai 2016

Dauer 1h 10m - ohne Pause

 

Inszenierung
Musikkomposition
Bühne/Kostüme
Regieassistenz