Gastspiel

Auf der Flucht | politisches Theater aus Kenia, Eritrea und Deutschland von HOPE THEATRE NAIROBI & REFUGEE HOPE THEATRE

Gastspiel-Premiere

Szenen und Texte Hope Theatre Nairobi, Amir Ahmed, Stephan Bruckmeier, Michael Wolf Ausstattung Hope Theatre Nairobi und Sophie Lichtenberg Videos Ephantus Kariuki Produktionsleitung Winnie Akinyi, David Thuku Tourneeleitung Chiara Beaud, Judith Kunz

Mit Pauline Akinyi, Winnie Akinyi, Monica Atieno, Marisa Bartholomae, Susan Wanjiku, Amir Ahmed, Dejen Beyene, Douglas Kebengwa, Erick Marigu, Moffat Muturi, Nicodemus Odhiambo, Gebrezgiabher Tesfu, David Thuku, Gezae Welderufael

1816, dem Jahr ohne Sommer, erreichte die deutsche Auswanderung einen ersten Höhepunkt. In den darauffolgenden Jahren kann man stellenweise von wirtschaftsbedingten Massenauswanderungen sprechen, über 4,5 Millionen Menschen verließen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert den Süddeutschen Raum… Immer schon gab es Auswanderungen und Flucht, immer wieder haben sich Grenzen verändert, wurden Einwanderer oder Flüchtlinge zu Inländern. Auch der erste und zweite Weltkrieg nötigte viele Menschen zur Flucht. Auch zahlreiche Deutsche. Ohne internationale Hilfe wäre Deutschland nicht so schnell zum Wirtschaftswunder geworden. Das wissen wir, aber wir vergessen es gerne.

Auf der Flucht beschreibt den Weg des Flüchtlings von 1816 - 2016 mit Erinnerungen, Querverweisen und der Beziehung zu Deutschland. Trotz aktueller Bezüge geht es dem Projekt vor allem um die grundsätzliche Thematik, dem allgemeinen Problem der Not, der fehlenden internationalen Partnerschaften und des Vergessens. Ein Großteil der nationalen und internationalen Konflikte und der Flüchtlingsbewegungen haben mit Armut und fehlenden (Über-)lebensvisionen zu tun. Die Ausbeutung der Menschen, Lebensräume und Ressourcen in vielen Teilen der Welt sind - ob wir das hören wollen oder nicht - eine der maßgeblichen Gründe für Radikalisierung, kriegerische Auseinandersetzungen und Fluchtbewegungen. Auf der Flucht ist also nicht nur eine inhaltliche Reise, sondern vor allem auch ein Appell. Denn nur, wenn wir unsere Augen weiter öffnen und zur Kenntnis nehmen, dass außerhalb Deutschlands viele Menschen leben, die der unglückliche Zufall zu den Verlierern gemacht hat, wird die Welt nicht nur dann global betrachtet werden, wenn es um wirtschaftliche Vorteile geht, sondern auch dann, wenn es um menschliche Werte und Verantwortung geht. Und wie in allen Projekten des Hope Theatre Nairobi werden Betroffene auf der Bühne
stehen und das Publikum mit einbeziehen.

Gefördert durch das Staatsministerium Baden-Württemberg, Brot für die Welt, Fairtrade Deutschland, Misereor, Engagement-Global, Stadt Stuttgart

Produktion Kenya Art Projects e.V.