Repertoire

Der Mensch - Die fast vollständige Geschichte von Hans Dreher und Ensemble - Eine gemeinsame Produktion von Theater im Bauturm und Prinz Regent Theater Bochum

Inspiriert von Yuval Noah Harari und Bill Bryson

Wirft man einen Blick auf den aktuellen Sachbuchmarkt, so lassen sich etliche Publikation schnell auf einen gemeinsamen inhaltlichen Nenner bringen: Den Drang, auf möglichst wenigen Seiten möglichst weite historische Zeitspannen abzuhandeln, mithin also endlich einmal das Große Ganze zu erklären. Ob Eine kurze Geschichte der Menschheit, Eine kurze Geschichte von fast allem oder Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat - stets geht es darum, mit weit ausholendem Schwung aus der Geschichte und Existenz des Menschen überzeitliche Essenzen zu destillieren und die dadurch ermittelten Konstanten naturwissenschaftlich zu begründen. Ziel dieses neuen Universalismus ist zumeist der  relativierende Blick auf Phänomene, die man allzu leicht für allgemeinmenschlich hält, die sich bei näherer Betrachtung indes als Befindlichkeiten der Moderne erweisen. Die vermeintlichen Säulen der menschlichen Gesellschaft werden dabei zusehends als Fiktionen lesbar: Auf dem bis in graueste Vorzeiten hineinreichenden Zeitstrahl verlieren Religionen, Nationen, Währungen oder Zuordnungen von Gut und Böse ihren Charakter als überzeitliche Konstanten und erscheinen stattdessen als unsichere und kurzfristige historische Vereinbarungen.


Die Untersuchungen von Yuval Harari, Bill Bryson und Adam Rutherford eröffnen das ganz große Panorama und stoßen dabei virtuos den Mensch von seinem Thron als angebliche „Krone der Schöpfung“ herab. Im Rahmen einer Lecture Performance werden zwei SchauspielerInnen versuchen, den Konsequenzen, die aus dem maximal angelegten Blick auf die Weltgeschichte resultieren, produktiv beizukommen. Zusätzlich aber müssen sie sich darum bemühen, unter zusehends erschwerten Bedingungen die Kontrolle über den Lauf der Welt zu behalten, dessen Grundlage indes mit jedem neuen Sachbuch, das den ganz großen Bogen schlägt, zerbrechlicher wird...

Aber kann die dramatische Bilanz auch auf dem Theater funktionieren? [...] Die Premiere im Bauturm zeigte: Es geht! Das liegt nicht zuletzt an den Darstellern Lisa Bihl und Jonas Baeck, die die Bearbeitung von Hararis Rundumschlag mit viel Energie und Witz interpretieren. (Kölnische Rundschau)

Der 80-minütige Abend ist eine Tour d‘horizon, dessen großes Kapital das grandios agierende Darsteller-Duo ist. Von seinen Tiraden lebt er. Und wenn die beiden aus der Rolle der Darsteller in die scheinbar privater Auseinandersetzungen, also aus der „Rolle“ zu fallen scheinen, die sie eigentlich spielen, sind  gerade damit immer wieder neue und die Theorie belebende Kontrapunkte gesetzt. (theaterfischer.de)

Rasant fliegt die bekannte Geschichte an einem vorbei. Die provokante Lust an der Relativierung schafft Raum für erfrischende Denkansätze [...]. Dabei setzt schon die Erzählung der Geschichte des Homo Sapiens für sich mit einer Fülle an Wissen aus Archäologie, Biologie, Wirtschaft und Mathematik zu Höhenflügen an. (Kölner Stadt-Anzeiger)

Eine gemeinsame Produktion von Prinz Regent Theater Bochum und Theater im Bauturm, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Mehr Bilder finden Sie hier, auch zum Download für Berichterstattung und den privaten Gebrauch. Copyright: Laura Thomas/TiB/PRT.

Regie
Ausstattung
Rabea Stadthaus
Hospitanz
Majken Wannhoff
Termine
07.12.2019, 20:00 Uhr
08.12.2019, 18:00 Uhr
13.12.2019, 20:00 Uhr
14.12.2019, 20:00 Uhr
18.01.2020, 20:00 Uhr
19.01.2020, 18:00 Uhr
20.01.2020, 20:00 Uhr