Michael Quast spielt Offenbach

DIE SCHÖNE HELENA von Jacques Offenbach in einer Fassung von Michael Quast und Rainer Dachselt

Von Jacques Offenbach| Libretto Henri Meilhac und Ludovic Halevy | Deutsche Textfassung Michael Quast und Rainer Dachselt | Mit Michael Quast und Rhodri Britton (Klavier)

In Frankfurt hat es längst Tradition: Nur begleitet von Rhodri Britton am Flügel liest, singt, tanzt und spielt Michael Quast Operetten von Jacques Offenbach als virtuoses Ein-Mann-Theater. Ganz in der Tradition von Karl Kraus lässt er auf diese Weise das subversive Potential von Offenbachs anarchischer Kunst jenseits von Can-Can und Krinolinenröcken hervortreten. Seit Jahren präsentiert Michael Quast diese Abende in ganz Deutschland, nur in Köln - der Heimatstadt Jacques Offenbachs - waren sie erst selten zu sehen. Dank der freundlichen Unterstützung der Imhoff-Stiftung werden im Laufe der Spielzeit 2017/18 am Bauturm daher alle fünf Offenbach-Operetten, die Michael Quast bereits seiner unnachahmlichen Bearbeitung unterzogen hat, zu sehen sein: Orpheus in der Unterwelt, Die schöne Helena, Pariser Leben, Die Großherzogin von Gerolstein und Blaubart.

Im November zeigen wir Offenbachs Mythentravestie Die schöne Helena, mit der er 1864 den spektakulären Erfolg von Orpheus in der Unterwelt sogar noch vergrößerte. In Offenbachs antikem Griechenland ist wirklich alles anders, als man es aus den Sagen des klassischen Altertums kennt: die Priester sind bestechlich, die Helden entpuppen sich als dumpfe Kraftmeier und mit bester Laune verfolgt die bessere Gesellschaft nur ein Ziel  - den Ehebruch. Inmitten dieses lustvollen Pandämoniums von 1864 steht Offenbachs faszinierendste Frauengestalt: Mit List und Schwung weiß die schöne Helena die Begehrlichkeiten der sie umgebenden Männer zu nutzen...

"Eigentlich müsste man Michael Quast einen Zauberer oder Illusionisten nennen. Denn wie der Schauspieler, Kabarettist, Sänger und Multikünstler allein und unverkleidet auf der – bis auf Tisch und Stuhl – kahlen Bühne dem Publikum suggeriert, es erlebe eine vollausgestattete Operette mit zig Solisten, Chor und Orchester, grenzt ans Unglaubliche."

FAZ 7.1.2010