Gastspiel

Flaschko – der Mann in der Heizdecke von Christoph Gottwald nach der Comic-Trilogie von Nicolas Mahler

Mit Hella von Sinnen und Thomas Hackenberg

Verschanzt in einer elektrischen Heizdecke sitzt der 40-jährige Flaschko rund um die Uhr vor dem Fernseher und sieht keinen Grund, warum er diesen Zustand jemals verändern sollte. Trotz seiner gesellschaftlich verpönten Existenzform ist Flaschko der unangefochtene Mittelpunkt im Universum seiner Mutter, die um ihn herum  staubsaugt, wischt und feudelt. Gebeutelt von Likörsucht, Tablettenabhängigkeit und Putzwahn lotet sie tapfer ihre Möglichkeiten von kreativer Selbstverwirklichung aus und müht sich, die magere Rente durch niedere Lohntätigkeiten etwas anzufetten.
Mit den drei Flaschko-Bänden „Dämon Damenlikör“, „Die Staublunge“ und „Die Müllsekte“ gelang dem Wiener Zeichner und Comic-Autor Nicolas Mahler ein ganz großer Wurf. Höchst originell, immer lustig und niemals platt, in wunderbarer Balance zwischen ironischer Distanz und tiefer Liebe zu seinen beiden Protagonisten behandeln Mahlers „Sitzmelodramen“ die großen Themen Geburt, Liebe, Einsamkeit, Sucht, Existenzangst, Krankheit und Tod.
„Großes dramaturgisches Talent“ bescheinigt Nicolas Mahler der von Christoph Gottwald verfassten Bühnenfassung, die im Februar 2017 ihre Uraufführung im Theater im Bauturm erlebt. Für die Hauptrolle gibt es keine bessere Besetzung als Hella von Sinnen, die als Flaschkos Mutter ihr ganzes darstellerisches Können abrufen kann. Die Titelrolle übernimmt  das Multitalent Thomas Hackenberg, und die Musik, die in der Inszenierung eine wichtige Funktion innehat,  schreibt der Musiker und Komponist Arno Steffen.
Die TV-Reality-Show „Schwiegertochter gesucht“ und Samuel Beckett -  zwischen diesen Polen pendelt das Theaterstück „Flaschko – Der Mann in der Heizdecke“.

Schauspieler
Hella von Sinnen
Thomas Hackenberg
Bühnenfassung & Regie
Christoph Gottwald
Dramaturgie & Assistenz
Karin Tornatzky
Musik
Arno Steffen
Bühne/Kostüme
Elisabeth Kraus