Repertoire

Kleiner Mann - was nun? Hans Fallada

„Ja, aber ich möchte doch gerne wissen, wie es weiter geht.“ sagt Lämmchen unzufrieden. „So kann es doch nicht weiter gehen.“
Jachmann sagt nur ein Wort: „Geld.“

Hans Falladas Bestseller von 1932 zieht seine Leserinnen und Leser bis heute in den Bann – und das ist eigentlich gar nicht so selbstverständlich, wenn man bedenkt, wie ausführlich dieser Text Auskunft über sehr nüchterne Angelegenheiten gibt. Haushaltetats, Lohnabrechnungen, Krankenkassen – kaum ein anderer Roman erzählt so detailliert von den finanziellen Bedürfnissen und Grenzen seiner Protagonisten. Damit zeichnet er ein ungewöhnlich sachliches Bild einer Gesellschaft, die kurz vor der Katastrophe steht: Nirgendwo sonst wird in vergleichbarer Weise plausibel gemacht, inwiefern die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen eine ganze Gesellschaft in jene Hysterie und flächendeckende Unsicherheit versetzen konnte, aus der schließlich der Nationalsozialismus fatales Kapital schlug. Fallada zeigt beispielhaft auf, welche Angstmechanismen der Kapitalismus erzeugen kann und liefert damit eine Gesellschaftsdiagnose, die genauer unter die Lupe zu nehmen heute besonders relevant erscheint. Denn wo Angstvisionen und apokalyptische Szenarien wieder zum alltäglichen politischen Diskurs gehören, lohnt sich die Beschäftigung mit Fallada, der bei allem unvermeidlich scheinendem Fatalismus nie aus dem Blick verliert, dass es auch eine Kraft gibt, die größer ist als die kollektive Sorge: die radikale, niemals zweckorientierte Liebe zwischen zwei Menschen.

Susanne Schmelcher studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Mainz und Granada. Sie inszenierte am Pfalztheater Kaiserslautern, am Theater Heidelberg, am Theater Magdeburg und am Tiroler Landestheater Innsbruck. Für ihre dortige Inszenierung von Tolstois Anna Karenina erhielt sie den Nestroy-Preis in der Kategorie Beste Bundesländer-Aufführung. Sie unterrichtet an den Universitäten in Mainz und Bochum und eröffnet die Spielzeit 2018/19 am Bauturm mit ihrer ersten Inszenierung in Köln.  

 

Pressestimmen:

Beeindruckende Bühnenfassung [...] In der Inszenierung von Susanne Schmelcher wechseln Erzählmomente, Dialoge und Handlung in gekonntem Rhythmus einander ab. Hinzu kommen originelle Regieeinfälle, die das Geschehen ohne effekthascherischen Firlefanz unterstützen." (report-k.de)

Grandios meistert die Inszenierung von Susanne Schmelcher die Balance zwischen aktueller Sozial- und Gesellschaftskritik und der berührenden Liebesgeschichte zwischen Pinneberg und Lämmchen. [...] Großartiger und vom Premierenpublikum bejubelter Theaterabend." (Kölner Stadt-Anzeiger)

Premiere: 28. September 2018 | 1.50h ohne Pause

Video
Rosa Arens
Inszenierung
Ausstattung
Sarah Sauerborn
Dramaturgie
Regieassistenz
Rosa Arens
Termine
17.11.2018, 20:00 Uhr
18.11.2018, 15:00 Uhr
24.11.2018, 20:00 Uhr
25.11.2018, 18:00 Uhr
01.12.2018, 20:00 Uhr
02.12.2018, 18:00 Uhr
14.12.2018, 20:00 Uhr
15.12.2018, 20:00 Uhr
27.12.2018, 20:00 Uhr
28.12.2018, 20:00 Uhr