Repertoire

Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing

Mit seinem Nathan reagierte Lessing auf die religiöse Orthodoxie und Intoleranz seiner Zeit. Ort der Handlung ist Jerusalem während der christlichen Kreuzzüge – eine Stadt, in der Christentum, Islam und Judentum direkt aufeinandertreffen. Höhepunkt des Stücks, in dem es um eine moral- und geschichtsphilosophische Botschaft, um die Aufforderung zu Toleranz und Humanität geht, ist die berühmte Ringparabel, die der reiche jüdische Kaufmann Nathan erzählt: Sie soll die hintergründige Frage des Sultans Saladin beantworten, welche der drei Religionen die wahre sei. Nathans Antwort ist die Forderung nach einem gleichberechtigten Nebeneinander aller Religionen.

Die beklemmende Aktualität des Stücks von Lessing liegt auf der Hand: In einer Zeit der Renaissance fundamentalistischer Strömungen in allen großen monotheistischen Religionen kommt es umso mehr auf Verständnis und Empathie an. Alle großen Religionen postulieren in ihren Schriften Frieden, Barmherzigkeit und Nächstenliebe als Grundlagen friedlichen Zusammenlebens. Die Realität, in der wir leben, sieht allerdings anders aus. Leider hat Lessings Stück nichts an Aktualität eingebüßt.

Eine Koproduktion der GbR „Nathan der Weise” und des Theater im Bauturm.

Premiere 13. September 2012

Dauer 1h 30m - ohne Pause

Schauspieler
Charles Ripley
Inszenierung
Bühne/Kostüme
Dramaturgie
Regieassistenz
Sarah Wagner
Theater-Plakat