Premiere

Wem die Stunde schlägt Ernest Hemingway

Ein Mann hat einen Auftrag: Er soll eine Brücke in die Luft sprengen. Es ist 1937, die Brücke steht in der Nähe der spanischen Stadt Segovia, der Mann heißt Robert Jordan und hat als Amerikaner eigenmächtig die Entscheidung getroffen, in den spanischen Bürgerkrieg einzugreifen. Im Kampf gegen die Truppen General Francos engagieren sich Demokraten, Kommunisten und Anarchisten aus ganz Europa in Spanien, um gemeinsam mit den Einheimischen dem Faschismus die Stirn zu bieten – letztlich vergeblich, wie sich zwei Jahre später zeigen wird. In seinem charakteristischen
 Minimalstil lässt Ernest Hemingway, der selbst als Reporter für die North American Newspaper Alliance am spanischen Bürgerkrieg teilnahm, die Analyse der internen Dynamik einer Guerillatruppe zum nervenaufreibenden Psychothriller werden, in dessen Zentrum indes eine höchst politische Frage steht: Wie ist Kollaboration überhaupt möglich und wie kann man die Perspektiven von Einzelpersonen zusammenbringen, um als Gruppe politisch aktiv zu werden? Vor dem Hintergrund der heutigen Situation, in der faschistische Kräfte in ganz Europa wieder auf dem Vormarsch sind, dabei jedoch weitaus weniger internationalen Gegenwind zu spüren bekommen als es im Spanien der 30er Jahre der Fall war, gewinnt Hemingways  berühmter Roman eine bisher unerkannte Dringlichkeit.

Susanne Schmelcher studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Mainz und Granada. Sie inszenierte u.a. am Pfalztheater Kaiserslautern, am Theater Heidelberg und am Tiroler Landestheater Innsbruck. Für ihre dortige Regie von Tolstois Anna Karenina erhielt sie 2015 den Nestroy-Preis in der Kategorie Beste Bundesländer-Aufführung. Ihre Inszenierung von Wolfgang Herrndorfs Tschick am Theater Heidelberg hat mittlerweile über 100 Vorstellungen erlebt. Susanne Schmelcher unterrichtet an den Universitäten in Mainz und Bochum und bescherte dem Theater im Bauturm zu Beginn der Spielzeit 2018/19 einen außerordentlichen Erfolg mit ihrer Inszenierung von Hans Falladas Kleiner Mann – was nun?

Termine
13.03.2020, 20:00 Uhr
noch nicht im Verkauf